Foto: Prof. Dr. Siebert

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitglieder der DGOOC,

für das kommende Jahr 2018 möchte ich Ihnen und Ihren Familien Gesundheit, Zufriedenheit und die richtige Balance zwischen beruflicher Herausforderung und privater Lebensgestaltung wünschen.

Ich danke Ihnen sehr herzlich dafür, dass Sie mir Ihr Vertrauen geschenkt haben und mich zum Präsidenten der DGOOC für 2018 berufen haben. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie wurde bereits 1901 gegründet. In dieser langen Tradition sehe ich natürlich auch mein Wirken als Präsident der DGOOC. Gemäß dem orthopädischen Geist ist es eines unserer vornehmsten Prinzipien, zunächst die konservativen Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor wir zur operativen Behandlung schreiten.

Das Schlagwort vom „Gelenkerhalt vor Gelenkersatz“ hat für uns weiterhin große Bedeutung. Prävention war immer eine Aufgabe des Orthopäden und des orthopädischen Chirurgen. Geradezu beispielhaft ist dies mit der Ultraschalluntersuchung der Säuglingshüfte und der daraus erwachsenden Therapie vorbildlich gelungen. Wir betreuen Kinder und Jugendliche, aber auch die gesamte Familie und kümmern uns an vielen Orten in Praxen und Kliniken in Deutschland um Wachstumsstörungen und Deformitäten.

Es ist ein großer Vorteil unseres Gesundheitssystems, dass wir durch Praxen und Kliniken die Patienten hervorragend betreuen können. So hat auch die Europäische Kommission im November 2017 gerade lobend festgestellt, dass das deutsche Gesundheitssystem auf hervorragendem Niveau ein sehr breites Angebot für seine Patienten bietet. Alle Ärzteorganisationen sind sich einig, dass das Gespenst der Bürgerversicherung hier keine Verbesserung bringen würde. Eher bestehen Gefahren in der weiter fortschreitenden Ökonomisierung der patientenbezogenen Entscheidungen im Krankenhaus, aber auch in den Praxen der niedergelassenen Ärzte. Die überbordende Bürokratie führt zu einer Arbeitszeitverteilung von Ärzten, die leider die Wiederbelebung der Arzt-Patienten-Beziehung nicht begünstigt.

Der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2018 hat als wichtiges Hauptthema die Digitalisierung in Orthopädie und Unfallchirurgie gewählt, weil wir wissen, dass wir vielleicht mit elektronischen Hilfsmitteln mehr Zeit gewinnen können für unsere eigentliche Aufgabe, die Betreuung und Behandlung der Patienten. Wir hoffen, auf dem Kongress Ausblicke und Lösungen hierzu bieten zu können. Ärzte sind in erster Linie die Interessenvertreter ihrer Patienten. Die Qualität und Sicherheit der von uns geleisteten Behandlung muss im Vordergrund stehen. Die DGOOC hat mit ihren Qualitätsoffensiven hierzu Wesentliches beigetragen. Zu erwähnen ist das Zertifizierungssystem Endocert für Endoprothesenzentren ebenso wie das Endoprothesenregister Deutschland EPRD, das einmalig in der Welt Kostenträger, wissenschaftliche Gesellschaft und Industrie, aber auch Patientenvertreter zusammengeführt hat, um die Behandlung in unserem Lande besser und sicherer zu machen.

Die Arthrose und ihre Behandlung steht natürlich auch im Mittelpunkt des orthopädischen Tuns. Für unsere wissenschaftliche Fachgesellschaft ist Arthroseforschung ein zentraler Bereich, den wir auf allen Ebenen von der Grundlagenforschung bis zur Übertragung der neuen Erkenntnisse in den klinischen Alltag voranbringen wollen. Hier gilt mein besonderer Dank meiner Vorgängerin, Frau Prof. Andrea Meurer, die mit der Gründung des „Dr. Rolf M. Schmiete Forschungsbereiches für Arthrose“ entscheidende Voraussetzungen im Bereich der Arthroseforschung initiiert hat.

Der demographische Wandel in unserer immer älter werdenden Bevölkerung stellt uns vor große Herausforderungen und neue Teilbereiche unseres Faches wie die Orthogeriatrie tragen dem heute schon Rechnung. Die speziellen Probleme bei der Versorgung, Behandlung und Betreuung der sehr betagten Menschen müssen wir angehen und unter Beachtung der Möglichkeiten würdig lösen.

Natürlich wird die Endoprothetik weiterhin ein wichtiges Standbein unseres Tuns sein. Die Wirbelsäule haben wir in diesem Jahr auf dem DKOU 2018 zu einem Hauptthema gemacht, aber auch die arthroskopische Chirurgie und die Sportmedizin und die Rehabilitation werden besonders hervorgehoben. Auf unsere Expertise bei der Durchführung von diagnostischen Techniken von Ultraschall bis Kernspintomographie dürfen wir nicht verzichten. Fußchirurgie und Handchirurgie sind wichtige große Bereiche in unserem orthopädischen Fachgebiet ebenso wie die Schmerztherapie, die schon immer ein zentrales Thema des Orthopäden war. Die Patienten mit den vielfältigen Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis finden mehr und mehr durch Initiativen unserer Fachgesellschaft und des Berufsverbandes kompetente Ansprechpartner in Praxis und Klinik.
Als wissenschaftliche Gesellschaft ist uns natürlich die Grundlagenforschung äußerst wichtig. Dies zeigt sich auch in der Vielzahl der Preise, die unsere Gesellschaft auslobt. Nicht zuletzt haben wir auch eine ganze Reihe von Stipendien für unseren Nachwuchs. In Kombination mit den österreichischen und Schweizer Fachgesellschaften vergeben wir das sogenannte ASG-Travelling-Fellowship, das besonders ausgezeichnete junge Forscher aus der Orthopädie in die anglo-amerikanischen Länder schickt.

Wir sind O & U, aber als DGOOC auch unserer Tradition verpflichtet, die orthopädischen Anteile in O & U auf Augenhöhe mit den unfallchirurgischen Kollegen in das gemeinsame Fach einzubringen und weiterzuentwickeln.

Der DKOU 2018 feiert das 10-jährige Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie. Wir sind der größte Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Europa. Dies ist Herausforderung und Ansporn. Unsere Gastnation wird das Vereinigte Königreich Großbritannien sein. Denn trotz Brexit gehören unsere Kollegen mit ihrem reichen Erfahrungsschatz weiterhin zu uns, deshalb wollen wir sie als alleinige Gastnation besonders hervorheben.

Gemeinsam mit meinen Kollegen, Prof. Dr. Joachim Windolf aus Düsseldorf für die DGU, und Dr. Gerd Rauch aus Kassel für den BVOU will ich das O & U gestalten, so dass Sie am Ende des Kongresses ebenso wie wir das Gefühl haben, „Wir sind O & U“ und gemeinsam geht es besser. Die Zahl der internationalen Teilnehmer steigt zwar, aber es wird weiterhin der DEUTSCHE Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie sein und wir werden natürlich unsere Themen aus unserem Fach in Praxis, Klinik und Forschung darstellen. Unsere große Fachgesellschaft, unser großer Kongress wird uns auch helfen, die öffentliche Wahrnehmung zu intensiveren und auch unsere berufspolitischen Interessen und unsere Interessen als Ärzte in O & U schlagkräftig zu vertreten.

Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit mit allen, die ernsthaft um O & U bemüht sind. Es ist mir eine besondere Ehre, unsere Fachgesellschaft als Präsident in unser aller Interesse zu vertreten und ich wünsche Ihnen und mir ein gutes, abwechslungsreiches und hoffentlich für uns alle erfolgreiches Jahr 2018,

Ihr
Werner Siebert

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