Presseveröffentlichungen
Arthroseforschung Unikl Friedrichsheim

An der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt am Main gibt es seit Juli 2016 einen neuen Forschungsbereich für Osteoarthrose, der einzigartig in Deutschland ist: Zum einen werden Grundlagenforschung und klinische Fragestellungen miteinander verbunden, zum anderen wird interdisziplinär geforscht, um die Gelenkerkrankung frühzeitiger erkennen und effektiver behandeln zu können. Prof. Dr. Andrea Meurer, Klinikdirektorin sowie zukünftige Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), und Forschungsleiter Prof. Dr. Frank Zaucke stellen derzeit ein Team zusammen, das diese Fragestellung in den nächsten sieben Jahren bearbeiten wird.

Durch eine enge Verknüpfung von Grundlagen-, klinischer und translationaler Forschung sollen langfristig innovative Therapieansätze entwickelt werden. Im Vordergrund steht dabei auch eine möglichst frühe Diagnostik durch neue Biomarker, um Patienten rechtzeitig und effektiv behandeln zu können. Hauptaufgabe des neuen Forschungsbereichs ist es, molekulare und zelluläre Mechanismen aufzuklären, die am Entstehen sowie am Verlauf der Osteoarthrose beteiligt sind. Durch das bessere Verständnis der Rolle der verschiedenen beteiligten Zelltypen bzw. der extrazellulären Matrix erhoffen sich die Wissenschaftler Rückschlüsse darauf, wie die Regenerationsfähigkeit des Gewebes verbessert werden kann. Zudem werden in einem speziellen Ganglabor prä- und postoperativ Bewegungsanalysen durchgeführt und durch neuartige bildgebende Verfahren, wie die dreidimensionale Röntgenanalyse, ergänzt. Der Forschungsbereich wird von der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung mit 4,2 Millionen Euro gefördert.

Ab dem 60. Lebensjahr sind gut die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer von Arthrose, der weltweit häufigsten Gelenkerkrankung, betroffen. Vor allem der Funktionsverlust der Gelenke sowie die begleitenden Schmerzen verursachen in den westlichen Ländern hohe sozioökonomische Kosten. Bisher beschränkt sich die Behandlung weitestgehend auf die Schmerzlinderung und den Gelenkersatz. Das liegt vor allem daran, dass die Erkrankung erst in späten Stadien verlässlich diagnostiziert werden kann – wenn sie bereits so weit fortgeschritten ist, dass bisherige therapeutische Interventionen meist wenig effektiv bleiben. Das Gewebe ist dann irreversibel geschädigt und die Regenerationskapazität gering.

Früher wurde Osteoarthrose oftmals mit Knorpeldegeneration gleichgesetzt. Heute wird immer deutlicher, dass neben dem Knorpel auch der subchondrale Knochen sowie das Synovium wesentlich an der Erkrankung beteiligt sind. Bei der Analyse der Pathogenese ist es daher besonders wichtig, alle beteiligten Kompartimente und vor allem auch deren Zusammenspiel mit einzubeziehen. Einen weiteren wichtigen Beitrag können Tiermodelle liefern, die Osteoarthrose entwickeln. Solche Modelle erlauben eine umfassende morphologische, histologische und biochemische Analyse zu verschiedenen Zeitpunkten, vor allem auch in frühen Stadien der Osteoarthrose.

Foto: Für eine interdisziplinäre Arthroseforschung: (v.r.) Prof. Dr. Frank Zaucke (Leiter des Forschungsbereichs für Arthrose) mit Prof. Dr. Andrea Meurer (Direktorin der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim), Dr. Jürgen Staiger (Vorstand der Schwiete Stiftung) sowie Dr. Felix Stief und Dr. Stefan van Drongelen (Bewegungslabor).

Weiterführende Informationen

Links:
Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim
www.orthopaedische-uniklinik.de/

Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung
http://schwiete-stiftung.com

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen