Pressemitteilungen der DGOU
gezündeter Silvesterböller in Hand

Einfache Regeln einhalten und Unfälle beim Feuerwerk vermeiden

Berlin, Dezember 2018: Rund um Silvester kommt es jedes Jahr zu schweren Verletzungen durch Feuerwerkskörper. Besonders häufig sind die Hände betroffen, die Folgen können gravierend und bleibend sein. Die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) sowie die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rufen deshalb zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Böllern und Feuerwerk auf. Sie geben Tipps für ein möglichst sicheres Silvestervergnügen.

In einer Silvesternacht versorgt das Unfallkrankenhaus Berlin durchschnittlich 50 Verletzungen, die durch Feuerwerkskörper verursacht sind. Von den Verletzungen sind oftmals ein oder mehrere Finger oder die gesamte Hand betroffen. „Die Patienten kommen mit abgetrennten Fingern, Verbrennungen, Frakturen und Weichteilverletzungen an den Händen“, berichtet Prof. Dr. Andreas Eisenschenk, Leiter der Abteilung für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie am Unfallkrankenhaus Berlin und Präsident der DGH. „Immer wieder sind auch schwere Verletzungen dabei, die beispielsweise durch die Explosion von Feuerwerkskörpern herrühren, welche direkt am Körper getragen wurden.“ Selbst bei sofortiger ärztlicher Hilfe und erfolgreichen rekonstruktiven Eingriffen müssten die Betroffenen dann mit bleibenden Einschränkungen rechnen. Denn das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen, Nerven und Knochen in der Hand ist äußerst komplex. Wichtige Funktionen wie das Greifen und Halten oder sensorische Fähigkeiten – das Gefühl und der Tastsinn – können durch Verletzungen nachhaltig beeinträchtigt werden.

Der beste Schutz vor Unfällen ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Feuerwerkskörpern, wie Prof. Dr. Joachim Windolf, Direktor der Klinik für Unfall- und Handchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf und stellvertretender Präsident der DGOU, betont: „Wer einige einfache Regeln beachtet, kann schwere Verletzungen vermeiden. Am besten nutzt man Feuerwerkskörper, die gar nicht in der Hand gezündet werden müssen, und kauft nur geprüfte Produkte mit den entsprechenden Kennzeichnungen.“

Hinweise für sicheres Böllern

Die Fachgesellschaften DGH und DGOU geben folgende Hinweise und Ratschläge für den sicheren Umgang mit Feuerwerkskörpern an Silvester:

  • Keine manipulierten oder selbst hergestellten Böller verwenden
  • Ausschließlich Produkte mit CE-Zeichen und BAM-Prüfnummer (Bundesamt für Materialprüfung) verwenden
  • Feuerwerkskörper nach Gebrauchsanweisung nutzen und nicht damit „experimentieren“
  • Feuerwerkskörper keinesfalls am Körper tragen! Am besten verschlossen und in sicherem Abstand lagern
  • Böller sind für Kinder und Jugendliche tabu: Jugendliche sind besonders häufig von schweren Verletzungen durch Feuerwerkskörper betroffen.
  • Nicht explodierte Böller nicht noch einmal zünden. Am besten sofort entsorgen – dies schützt auch Kinder und Jugendliche, die Blindgänger sammeln und nachzünden.
  • Wenn Alkohol im Spiel ist: Hände weg von Feuerwerkskörpern. Alkohol macht unvorsichtig.

Keinesfalls illegale Böller verwenden, diese sind lebensgefährlich für einen selbst und für die Mitmenschen.

Versorgung schwerer Handverletzungen in Hand-Trauma-Zentren

Geschieht dennoch ein Unfall mit Feuerwerkskörpern und die Hand ist verletzt, sollen Betroffene so schnell wie möglich eine Klinik mit ausgewiesener Handchirurgie aufsuchen. In Deutschland gibt es 44 besonders ausgestattete Kliniken, die als Hand-Trauma-Zentrum akkreditiert sind. Diese Hand-Trauma-Zentren sind auf die Behandlung schwerer Handverletzungen spezialisiert und können Notfälle rund um die Uhr optimal versorgen. Bis die Klinik erreicht ist, sollte die Hand so steril wie möglich verbunden werden. Falls Finger abgetrennt wurden, dürfen diese auf keinen Fall durch Eis gekühlt werden; das Wiederannähen wird damit unmöglich.

Handverletzungen sollten möglichst immer einem Handchirurgen vorgestellt werden, denn auch eher unscheinbar wirkende Wunden können an der Hand gravierende Folgen haben. An Silvester zählen beispielsweise leichtere Verbrennungen zu den häufigen Unfallfolgen. Werden sie nicht korrekt behandelt, kann es etwa zu unangenehmen Narbenkontrakturen mit Einschränkungen bei der Beweglichkeit kommen.

Interviewanfragen können bis zum 20.12.2018 bearbeitet werden.

Quelle: DGOU-Website

Weiterführende Informationen:

Pressekontakt:
we care communications GmbH, Angela Lehnert
Schauenburgerstraße 35, 20095 Hamburg
Tel. 040 / 756639-0, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie e.V., Geschäftsstelle
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Tel. 030 / 340 6036 66, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Susanne Herda/Swetlana Meier
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Tel. 030 / 340 60 36 06, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

X

Right Click

No right click