Die DGOOC vergibt als Auszeichnung für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten des Fachgebietes eine Reihe von hier aufgeführten Preisen. Unter anderem fördert sie damit die Wissenschaft und Forschung.

EbM-Preis

Ausschreibung - Preis für evidenzbasierte Medizin der DGOU

Seit 2007 sind evidenzbasierte Kommentierungen („EbM Kommentare“) auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) fester Bestandteil des wissenschaftlichen Programms. Kernidee des „Preis für evidenzbasierte Medizin“ der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ist die Verankerung einer wissenschaftlichen Diskussionskultur, welche sich immer am Nutzen für unsere Patienten orientiert. Autoren, die einen wissenschaftliche Präsentation für den DKOU mit hohem Bezug zur patientenzentrierten Forschung einreichen, können ihre Arbeit beim Einreicheprozess selbständig zur Begutachtung für den EbM Preis der DGOU melden.

Ergänzend werden von der EbM-Arbeitsgruppe der DGOU unter Leitung von Professor Dr. habil. Tobias Renkawitz (Regensburg) aus den im DKOU Review-Verfahren angenommenen abstracts Arbeiten mit besonders hoher klinischer Relevanz ausgewählt und den Kongresspräsidenten für eine EbM Kommentierung vorgeschlagen. Die Kongresspräsidenten entscheiden, welche der nominierten Beiträge letztendlich mit einem EbM Kommentar verbunden werden. Die Autoren der zu kommentierenden Arbeiten werden durch die Kongressorganisation frühzeitig gebeten, Ihre Vortragsfolien bereits einige Wochen vor dem Kongress zu übermitteln, um der EbM Gruppe in Zusammenschau mit dem eingereichten abstract eine Bewertung zu ermöglichen. Zur systematischen Bewertung der methodischen Qualität hat sich dabei das sogenannte „SPION“ Prinzip bewährt. Abstract und Präsentation werden dabei nach festgelegten Qualitätskriterien hinsichtlich Studientyp, Patientenkollektiv, Intervention, Outcome, und Nutzen für den Patienten analysiert. Die Bewertung wird abschließend entsprechend des Patientennutzens (A-D, wobei A: sehr hoch-D: sehr niedrig) klassifiziert. Im Rahmen eines gemeinsamen Treffens der EbM-Arbeitsgruppe der DGOU stellen speziell geschulte EbM Kommentatoren den zu kommentierenden Beitrag vor. Anschließend trägt jeder Kommentator der Gruppe seinen vorab vorbereiteten Kommentarentwurf mit einem Vorschlag zur Bewertung vor. Die endgültige Festlegung erfolgt immer gemeinsam, die Bewertung jedes einzelnen Vortrages erfolgt somit grundsätzlich abgestimmt. Am Ende des EbM Vorbereitungstreffen nominiert die Gruppe eine engere Auswahl von Autoren für den EbM Preis. Diese Autoren werden von der der Kongressorganisation informiert und um Anwesenheit bei der Abschlussveranstaltung gebeten. Die Nominierung ist keine Festlegung des/der endgültigen Preisträger/s.

EbM Kommentare auf dem DKOU folgen dabei der genannten einheitlichen Struktur und Bewertungsklassifikation und erscheinen auch bei der Präsentation in einem gemeinsamen Layout. Die Kommentierung erfolgt sachlich, kollegial und in keinem Fall zugespitzt. Der EbM-Kommentar ist zeitlich limitiert und erfordert daher vom Kommentator Disziplin und ein präzises Timing. Der EbM Vortrag erfolgt dabei direkt im Anschluß an die Präsentation des Autors, die Diskussion erfolgt gemeinsam. Die Art der Präsentation durch den Autor und die wissenschaftliche Aussprache mit den weiteren Erörterungen des Autors (z.B. Erläuterung von Unklarheiten/„offener Fragen“ aus dem EbM Kommentar) sind wichtiges Bewertungskriterium für die endgültige Preisvergabe.

Die endgültige Entscheidung über den/die Preisträger fällt die EbM Preiskommission deshalb auf dem DKOU. Der Preis ist zurzeit mit 5.000 € dotiert. Der Preis und das Preisgeld kann geteilt werden, wobei die Höhe des Preisgelds dem wissenschaftlichen Auftrag folgt und deswegen auch uneinheitlich sein kann.

Stand: November 2017

Preisträger - EbM-Preis

Verleihung ab 2009

2017 Schürings M., Fussi J., Pumberger M.,Putzier M.
Monosegmentale lumbal-ventrale intersomatische Fusin vs. Bandscheibenprothese - 10 Jahresergebnisse einer prospektiven, randomisierten Studie
1. Platz € 5.000,-
2016 Prof. Dr. Jörg Lützner, Franziska Beyer, Dr. Julian Dexel, Cornelia Lützner, PD Dr. Stephan Kirschner
"Vergleich der Beweglichkeit bei Kreuzband-ersetzender Knie TEP mit ultrakongruentem Inlay und PS Design"
1. Platz € 2.500,-
PD Dr. Arasch Wafaisade, Prof. Dr. Rolf Lefering, Prof. Dr. Bertil Bouillon, Prof. Dr. Michael Gäßler, Dr. Martin Ruppert
"Präklinische Gabe von Tranexamsäure beim Schwerverletzten"
1. Platz
€ 2.500,-
2015 Karl Philipp Kutzner
„Intraartikuläre Katheter in Fast-Track- Konzepten nach Knie-TEP-Implantation - Wo liegen die Vorteile?“
1. Platz € 2.500,-
  David Back
„Größerer Wissensgewinn unter Studierenden in der Orthopädie/Unfallchirurgie durch Podcasts im Vergleich zum Lehrbuch - eine prospektive kontrolliert randomisierte Studie“
1. Platz € 2.500,-
2014 H. Springorum, J. Götz, C. Baier, G. Heers, J. Grifka, A. Keshmiri
„Kann ein verändertes Knieprothesendesign (Highflexion-Knie) die postoperative Beweglichkeit und das Outcome verbessern? Ergebnisse einer prospektiven randomisierten doppelt verblindeten Studie“
1. Platz  € 2.000,-
  M. Omar, M. Ettinger, M. Reichling, M. Petri, D. Guenther, R. Lichtinghagen, M. Jagodzinski, C. Krettek
„Können septische Arthritiden mit Hilfe eines Urinstreifentests diagnostiziert werden?“ 
2. Platz  € 1.500,-
  C. Haasper, T. Kokenge, M. Omar, D. Kendoff, C. Krettek, T. Gehrke, D. Guenther
„Ausschluss von periprothetischen Infektionen mit Hilfe eines Leukozyten-Esterase-Teststreifens“
2. Platz  € 1.500,-
2013 S. Warwas, M. Haversath, A. Marx, H. Quitmann, M. Jäger, S. Landgraeber
„Serum-Desoxypyridinolin zur Diagnostik der aseptischen Prothesenlockerung”
1. Platz € 2.500,- 
  S. Fischer, C. Betz, A. Bonk, C. Colcuc, P. Wilde, R. Hoffmann „Versorgungsforschung der akuten Achillessehnenruptur mittels operativer, minimalinvasiver und konservativer Therapie im direkten Vergleich”  2. Platz € 1.500,- 
2012 D. Schulz, R. Dieckmann, G. Gosheger, K. Daniilidis, C. König, S. Höll
Die Rolle von Gelenkpunktionen zur Diagnostik von Infektpersistenz beim zweizeitigen Prothesenwechsel
1. Platz € 2.500,- 
  H. Godry, M. Backhaus, M. Aach, R. Meindl, Th. Schildhauer, M. Citak
Risikofaktoren für die Entwicklung von heterotopen Ossifikationen nach frischem Rückenmarkstrauma: Eine Fall-Kontroll-Studie
2. Platz  € 1.500,- 
2011 D. Wiese, H. Böhm, M. Alhashash
Prospektiv randomisierte Studie über den Einfluss der Viskosität von PMMA-Zement auf den Zementaustritt bei osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen behandelt durch perkutane Vertebroplastie 
1. Platz  € 5.000,- 
2010 A. Wichelhaus, M. Wendt, Th. Mittlmeier, G. Gradl
Die operative Behandlung der distalen Radiusextensionsfraktur mit einem intramedullären Kraftträger. Erste Jahresergebnisse einer prospektiv randomisierten Studie im Vergleich zur palmaren winkelstabilen Plattenosteosynthese
1. Platz  € 2.500,- 
  P. Kasten, N. Streich, P. Raiss, M. Loew
Prospektiv randomisierter Vergleich der Rotatorenmanschettennaht arthroskopisch versus mini-offen
1. Platz  € 2.500,- 
2009 G. Matziolis
Haben Varusfehlstellungen einen Einfluss auf das klinische Ergebnis im mittelfristigen Follow-up nach Knieendoprothese
1. Platz  € 2.500,- 
  G. Heinert
Ergebnisse der Behandlung von per- und intertrochantären Femurfrakturen mit intramedullärer Osteosynthese (Targon PFN) verglichen mit der Hüftgleitschraube, eine randomisierte, prospektive Studie von 400 Patienten 
2. Platz  € 1.500,- 
  K. Damaske
Prospektive Studie zur Messung des Aktivitätsniveaus bei Patienten mit idiopathischer Skoliose und Korsetttherapie
3. Platz € 1.000,-
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