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Gemeinsames Statement von Fachgesellschaften
Als Reaktion auf den notwendigen Bettenbedarf für Intensivpflegefälle im Rahmen der COVID-19-Pandemie haben Krankenhäuser deutschlandweit elektive Eingriffe verschoben. Damit konnten sowohl personelle als auch räumliche Ressourcen für die Behandlung von COVID-19-Patienten geschaffen werden. Wegen der eingedämmten Ausbreitung des Coronavirus sollen die Krankenhäuser laut Bundesregierung ab Mai wieder mehr freigehaltene Betten mit anderen Erkrankten belegen. Somit können auch jetzt wieder nach und nach diejenigen Patienten operativ versorgt werden, deren Behandlung vertagt wurde. Führende chirurgische Fachgesellschaften haben nun in einem gemeinsamen Statement einen Leitfaden für die schrittweise Wiederaufnahme von elektiven OPs in Krankenhäusern veröffentlicht.

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) und der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) haben eine Liste von Prinzipien und Überlegungen auch in Anlehnung an Publikationen nationaler und internationaler Fachgesellschaften erstellt. Diese sollen Ärzten, Pflegepersonal und Krankenhäusern bei der Wiederaufnahme der Versorgung in OP-Sälen als Leitfaden dienen und hierbei vor allen Dingen die Sicherheit von Patienten, Personal und Bevölkerung berücksichtigen.

In dem Leitfaden sind die folgenden Themen aufgegriffen:

  • Zeitplan für die Wiederaufnahme der elektiven Chirurgie
  • Persönliche Schutzausrüstung
  • Fallpriorisierung und Zeitplanung
  • Die Phasen der Versorgung
  • Regelmäßige Datenanalyse
  • COVID-bezogene Sicherheit und Risikominderung einer zweiten Welle

Ziel der Empfehlungen ist es, die Anzahl der Patienten mit aufgeschobenen operativen Eingriffen zu reduzieren und den Übergang in einen geordneten parallelen Regelbetrieb mit COVID- und Non-COVID-Patienten zu organisieren. Angestrebt wird mittelfristig eine Aufteilung von 75 Prozent Non-COVID- und 25 Prozent COVID-Betten. Dabei ist die Sicherheit für beide Patientengruppen sowie für das Personal oberstes Gebot.

Je nach Infektionsraten in den einzelnen Bundesländern sind modifizierte Vorgehensweisen notwendig. Für Patienten mit elektiven Eingriffen ist ein Virustest obligatorisch. Zudem müssen sie über ein potenziell höheres Infektionsrisiko mit COVID-19 aufgeklärt werden. Sind die Ressourcen begrenzt, erfolgt die Patientenauswahl durch ein interdisziplinär-professionelles Gremium.

Unbedingt zu beachten ist: Bei einem erneuten Anstieg der Infektionsraten ist eine sofortige Umstellung auf eine restriktivere Patientenversorgung oder sogar eine Rückkehr zum Organisationsmodus der ausschließlichen Notfallversorgung erforderlich.

Autor: Stefanie Schnarr

Quelle: Gemeinsames Statement von DGCH, DGAI, BDC und BDA

Weiterführende Informationen:

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