Ärzte und Ärztinnen sitzen um einen Tisch und beraten sich

Evidenzbasierte Medizin
Welche Therapie ist die bestmögliche für den Patienten? Welche Studien sind geeignet, um sich für oder gegen eine Behandlungsoption zu entscheiden? Diesen Fragen begegnen Ärztinnen und Ärzte im klinischen Alltag sehr häufig. Um Mediziner darin zu schulen, Forschungsergebnisse richtig einzuordnen, bietet die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) die Fortbildung „Evidenzbasierte Medizin in Orthopädie und Unfallchirurgie“ an. Der nächste Kurs findet vom 14. bis zum 15. Oktober 2022 an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg statt und wird von der Landesärztekammer mit 17 Punkten für die ärztliche Fortbildung anerkannt. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail (office@dgou.de) über die DGOU-Geschäftsstelle.

Orthopädinnen und Unfallchirurgen werden fortwährend mit einer Vielzahl von wissenschaftlichen Daten und Aussagen konfrontiert. Doch ist alles, was Mediziner in O und U für den Patienten tun, überhaupt von Nutzen? „Genau mit dieser Frage beschäftigt sich die Evidenzbasierte Medizin“, sagt Professor Tobias Renkawitz, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg und Leiter der Arbeitsgemeinschaft Evidenzbasierte Medizin (EbM) der DGOU. „Ziel der evidenzbasierten Bewertung ist immer die Beantwortung einer klinischen Fragstellung. Anhand von klar definierten Kennzahlen wird durch die EbM der Erfolg einer Behandlung nachvollziehbar evaluiert.“

Nach der COVID-19-Zwangspause findet die Veranstaltung nun schon zum vierten Mal statt. Für den Neustart bietet die älteste deutsche Universitätsstadt Heidelberg eine besonders passende Kulisse. Gestaltet wird das Kursformat von den wissenschaftlichen Leitern Professor Renkawitz, Privatdozent Thoralf Liebs aus Bern und Dr. Luzi Dubs aus Winterthur. Das zweitägige Seminar ist sowohl für Interessierte aus der Klinik als auch aus der Praxis geeignet. Die Teilnehmenden lernen, wie die EbM klinische Expertise mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammenführt und wie Studienergebnisse hinsichtlich des Nutzens für den Patienten beschrieben, berechnet und bewertet werden. „Am Ende des EbM-Kurses können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Kerndaten aus dem Abstract einer Studie die Validität der Evidenz nach klinisch-epidemiologischen Gesichtspunkten bewerten und mit den wichtigsten Maßzahlen der EbM berechnen“, konkretisiert Renkawitz den spezifischen Inhalt des Seminars.

Die Fortbildung bietet wissenschaftlich interessierten Medizinerinnen und Medizinern eine fundierte Grundlage, um das Für und Wider von möglichen Therapieansätzen besser abwägen zu können.
Die zentralen Fragen dabei lauten:

  • Unter welchen speziellen Gesichtspunkten werden Studien und deren Ergebnisse in O und U evidenzbasiert bewertet?
  • Welche systematischen Verzerrungen können wissenschaftliche Ergebnisse gerade auf dem Gebiet von O und U beeinträchtigen?

Die Teilnehmenden erlernen außerdem Techniken für eine schnelle systematische Literaturrecherche nach relevanter Evidenz für ein konkretes klinisches Problem.

Schließlich vermittelt der EbM-Kurs die notwendigen Basisqualifikationen, um als Kommentator Forschungsarbeiten hinsichtlich ihrer methodischen Qualität und des Patientennutzens zu bewerten, die für den von der DGOU ausgelobten Preis für evidenzbasierte Medizin zur Wahl stehen.

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