News
Foto: Leitlinien der DGOOC

Die überarbeitete Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) zum nicht-spezifischen Kreuzschmerz ist jetzt veröffentlicht. Die NVL fasst die neuesten Forschungsergebnisse und Erkenntnisse zur Versorgung von Patienten mit Kreuzschmerzen zusammen. Ziel ist es, genau zu beschreiben, wie eine bestmögliche und sektorenübergreifende Behandlung des Krankheitsbildes erfolgen sollte. Neben Experten der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) waren weitere 26 Fachgesellschaften und Organisationen an der Aktualisierung der NVL beteiligt.

Kreuzschmerzen gehören zu den häufigsten Volkskrankheiten. Dabei werde zunehmend deutlicher, dass das seelische Befinden von Patienten sowie deren soziales Umfeld Rückenschmerzen beeinflussen können, heißt es in der Opens external link in new windowLeitlinie „Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“. Sie empfiehlt Behandelnden daher, von Anfang an auch psychosoziale Risikofaktoren zu berücksichtigen.

Die NVL weist zudem darauf hin, dass Ärzte keine weiteren Untersuchungen veranlassen sollten, wenn sich aus der Befragung des Patienten und den klinischen Tests nicht auf gefährliche Ursachen für das Leiden schlussfolgern lässt. Erst wenn die Schmerzen 4 bis Wochen andauern, sollten bildgebende Verfahren zur näheren Diagnostik in Betracht gezogen werden.

Bei den therapeutischen Empfehlungen der Leitlinie hat sich wenig geändert: Die NVL rät bei akuten, nicht-spezifischen Kreuzschmerzen zu Bewegung – Bettruhe hingegen sei schädlich. Meist besserten sich akute Kreuzschmerzen von allein und bräuchten keine besondere Behandlung. Schmerzlindernde Medikamente könnten die Behandlung von Kreuzschmerzen unterstützen. Dabei sei wichtig, das Medikament zu wählen, das am besten zum Patienten passt, und dieses so kurz und so gering dosiert wie möglich anzuwenden.

Bessern sich Kreuzschmerzen nach einigen Wochen nicht, sollten alle an der Behandlung beteiligten Fachgruppen über die weitere Behandlung beraten. Halten Schmerzen länger als sechs Wochen an, sollten Betroffene laut der NVL eine multimodale Therapie erhalten, die Schmerz-, Psycho- und Bewegungstherapien miteinander kombiniert.

Herausgeber der Nationalen VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz sind neben der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), in der die DGOOC und die DGU Mitglied sind, auch die die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Die Leitlinie steht auf der Website des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) zum Download bereit.

Quelle: DGOU-Website

Weiterführende Informationen:

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen