Forum NSO

Das Forum der Ärztinnen und Ärzte in nichtselbständiger Stellung gibt allen angestellten Fach- und Oberärzten aus Orthopädie und Unfallchirurgie die Möglichkeit, ihre vielfältigen Belange zu diskutieren und ihre mehrheitlichen Interessen im Vorstand der DGOOC zu vertreten. Das Forum NSO repräsentiert damit eine zahlenmäßig große Gruppe entscheidender Leistungsträger an deutschen Kliniken mit besonderem Interesse an den Entwicklungen innerhalb der orthopädisch- unfallchirurgischen Fachgesellschaften. Die Mitarbeit und die Teilnahme an Veranstaltungen des Forums sind für Mitglieder der DGOOC / DGOU / DGU kostenfrei.

Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin fand die jährliche Hauptsitzung des Forums NSO statt. In diesem Jahr hatte der wissenschaftliche Organisator, Prof. Dr. Ralf Skripitz, eine abwechslungsreiche Vortragsreihe zum Thema „Versorgungslandschaft O&U - Chancen konsequent nutzen“ zusammengestellt. Aktuelle klinische, wissenschaftliche und berufspolitische Themen wurden aus unterschiedlicher Perspektive präsentiert und kontrovers diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt der Diskussion war die berufliche Weiterentwicklung von Fach- und Oberärzten an Universitätsklinika im Spannungsfeld zwischen Klinik und Forschung.

Prof. Dr. Tobias Renkawitz, stellvertretender Klinikdirektor und leitender Oberarzt der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg, ermutigte junge Kollegen zur wissenschaftlichen Aktivität und gab in seinem Vortrag „Klinik und Forschung erfolgreich kombinieren - Tipps und Tricks zur Habilitation in O&U“ Erfahrungen und Erfolgsstrategien weiter. Er stellte ein Konzept für ein strukturiertes Wissenschaftsmentoring mit den wesentlichen Bausteinen „realistische Zeitplanung“, „definierte Arbeitsstruktur“ und „Forschungsnetzwerk“ vor. Dabei ermutigte er junge Orthopäden und Unfallchirurgen, sich auch aktiv mit neuen Ideen in die lokale Forschungslandschaft an Universitäten einzubringen und eigene, wissenschaftliche Arbeitsgruppen zu etablieren. Erfolgreiche Forschung in O&U sei mit Kooperationspartnern aus den Ingenieur- und Grundlagenwissenschaften aber auch mit klinischen Partnern hervorragend möglich.

Priv.-Doz. Dr. med. Christian Merle, Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg, berichtete zum Thema klinische Fellowships in der Orthopädie und Unfallchirurgie. Er kam zu der Schlussfolgerung, dass Fellowships in Anlehnung an die Ausbildungsstruktur Großbritanniens und der USA auch für Deutschland eine attraktive, zukunftsfähige und notwendige Möglichkeit sind, um eine strukturierte operative Ausbildung für Fachärzte zu gewährleisten. Das Konzept von klinischen Fellowships nach der Facharztprüfung sei weiterhin hilfreich, um dem zunehmenden Bedarf an hochspezialisierten Operateuren gerecht zu werden. Potentiell könnten Fellowships in die bereits vorhandenen Zusatzweiterbildungen für spezielle Orthopädie bzw. spezielle Unfallchirurgie integriert werden und diese perspektivisch weiterentwickeln; hierfür sei jedoch eine transparente und einheitliche Definition von Fellowships im Hinblick auf Umfang, Dauer und curricularen Inhalt in Anlehnung an die qualitätsorientierten Vorgaben der subspezialisierten Fachgesellschaften in Deutschland erforderlich.

Prof. Dr. Andreas Niemeier, stellvertretender Direktor und leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Orthopädie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, ermöglichte dem Auditorium in seinem Vortrag einen Überblick über qualitätsrelevante Kriterien in wissenschaftlicher und klinischer Tätigkeit und betonte die Bedeutung der methodischen Stringenz für den langfristigen wissenschaftlichen Erfolg. Weiterhin legte er seine Einschätzung zur Entwicklung klinischer Kompetenzen dar, die insbesondere in der Diagnostik und Therapie komplexer klinischer Fälle neben einer fundierten Ausbildung auch auf individueller Erfahrung und einer nicht ohne Weiteres quantifizierbaren ärztlichen Kunst basierten.

Prof. Dr. Ralf Skripitz, Chefarzt der Roland Klinik Bremen, lieferte in seinem Vortrag „Zertifizierungen - Fluch oder Segen“ ein umfassendes update über Entwicklungen und Herausforderungen der aktuellen Zertifizierungsbestrebungen. In der Diskussion zeigte sich, dass ein genaues Abwägen zwischen dem tatsächlichen Nutzen der Prozessoptimierung für die Ergebnisqualität und einer personellen und finanziellen Mehrbelastung erforderlich ist.

Im Rahmen der NSO-Sitzung wurde Prof. Dr. Skripitz mit ausdrücklichem Dank für seine langjährige und erfolgreiche Tätigkeit als bisheriger Vorsitzender verabschiedet, da er seit dem 1. April 2016 das Zentrum für Endoprothetik, Fußchirurgie, Kinder- und Allgemeine Orthopädie und das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung an der Roland-Klinik Bremen als Chefarzt leitet. Zum neuen Vorsitzenden wurde sein bisheriger Stellvertreter, Prof. Dr. Tobias Renkawitz (Regensburg/Bad Abbach) einstimmig gewählt. Priv.-Doz. Dr. Christian Merle (Heidelberg) wurde einstimmig als neuer stellvertretender Vorsitzender gewählt.

Im nächsten Jahr plant das Forum NSO in Zusammenarbeit mit dem Forum Mittelbau eine gemeinsame, bundesweite Befragung von angestellten Fach- und Oberärzten, um die aktuelle Arbeits- und Ausbildungssituation, Arbeitszufriedenheit und berufliche Perspektive an deutschen Kliniken zu erfassen. Mit dem gemeinsamen Ziel einer Verbesserung der Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und der Sicherung der fachlichen Qualität angestellter Fachärzte wird die Zusammenarbeit mit dem Verband leitender Orthopäden und Unfallchirurgen e.V. (VLOU) weiter ausgebaut. Das Forum NSO beteiligt sich dazu auch auf der Jahrestagung des VLOU (20./21.01.2017, Frankfurt a.M) an der Sitzung „Zukunftsmodelle für leitende Ärzte“.

Eine E-Mail mit den Kontaktdaten an den Vorsitzenden reicht schon aus!

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