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Fast die Hälfte aller Einrichtungen, die in Deutschland an der endoprothetischen Versorgung beteiligt sind, nimmt am EndoCert-System zur Zertifizierung für den Gelenkersatz teil. 521 Endoprothetikzentren waren bis zum 01.02.2017 nach EndoCert-Kriterien zertifiziert. Die Qualitätsinitiative der DGOOC beweist damit eine hohe Stabilität bei stetigem Wachstum.

Zum Stichtag 1. Februar 2017 waren in Deutschland insgesamt 521 Endoprothetikzentren bzw. Endoprothetikzentren der Maximalversorgung nach den Kriterien des EndoCert Systems zertifiziert. Somit nimmt nahezu die Hälfte der in Deutschland an der endoprothetischen Versorgung teilnehmenden Einrichtungen an dieser wichtigen Qualitätsinitiative unserer wissenschaftlichen Fachgesellschaft teil. Das seit 2012 im Regelbetrieb befindliche System beweist damit eine hohe Stabilität bei stetigem Wachstum.

Dabei spielen die Rückmeldungen, die die Zertifizierungsstelle ClarCert einerseits und die Zertifizierungskommission andererseits aus den Kreisen der teilnehmenden Einrichtungen erreichen, für die Weiterentwicklung des Systems eine große Rolle. Zuletzt konnten im Rahmen eines Symposions anlässlich des 10. Endoprothetikkongresses in Berlin die aktuellen offenen Punkte diskutiert werden.

Spezielle orthopädische Chirurgie

An den teilnehmenden Einrichtungen muss ab dem 1.8.2018 einer der Haupt- bzw. Seniorhauptoperateure über die Zusatzweiterbildung Spezielle Orthopädische Chirurgie verfügen. Davon ausgenommen sind lediglich Endoprothetikzentren, die die sog. erste Sonderregelung bis zum 31.3.2014 erfolgreich beantragt haben. Das genannte Datum ist seit vielen Jahren kommuniziert, sodass entsprechende Maßnahmen durch die betroffenen Einrichtungen ergriffen werden konnten.

Postoperative Achsenbestimmung

Immer wieder führt die bestehende Anforderung nach einer postoperativen Achsenbestimmung zu Missverständnissen. Die geforderte Achsenbestimmung ist nicht per se gleichzusetzen mit einer postoperativen Ganzbeinaufnahme. Vielmehr ist durch die zertifizierte Einrichtung darzulegen, wie die präoperativ geplante Beinachse postoperativ kontrolliert wird. In diesem Zusammenhang sei nochmals auf den Wortlaut im Erhebungsbogen hingewiesen.

Erfassung periprothetischer Infektionen

Die in den Anforderungen genannte Grenze von 12 Monaten bezüglich der Einordnung von auftretenden Infektionen als Komplikation des Eingriffs erfordert nicht, dass die Einrichtung alle operierten Patienten untersuchen oder befragen muss. Vielmehr ist durch die Angabe des Zeitraums klargestellt, welche Infektionen als postoperative Komplikationen zu nennen sind. So haben die Einrichtungen Infektionen als postoperative Komplikation zu erfassen und anzugeben, wenn sie der Einrichtung bekannt sind und innerhalb des 12-Monats-Zeitraums aufgetreten sind. Damit soll vermieden werden, dass nach der Entlassung aus der Akutbehandlung bekannt gewordene Infektionen nicht angegeben werden.

Aufwand bei der Datenerfassung

Eine vollständige und lückenlose Erfassung der Behandlungsdaten und Qualitätsindikatoren ist einerseits aus methodischen Gründen wünschenswert, führt andererseits jedoch zu einem enormen Aufwand bei den beteiligten Einrichtungen. Zudem sind Probleme bei der Auswertung vorprogrammiert (so beispielsweise bei der Wechselendoprothetik: Ermittlung des postoperativen Inklinationswinkels der Pfanne bei alleinig durchgeführtem Schaftwechsel). Der verantwortlichen Zertifizierungskommission ist die Problematik bekannt und es werden derzeit Lösungsoptionen zur Vereinfachung der Datenerhebung einerseits und Sicherstellung valider Aussagen über die erzielte Qualität andererseits intensiv geprüft.

Eine wichtige Rolle im gesamten Zertifizierungsprozess kommt den beteiligten Fachexperten zu, denen an dieser Stelle nochmals für ihren Einsatz herzlich gedankt wird. Durch ihre wiederholte Schulung und Information sollen Missverständnisse und Widersprüche im Verfahren weitgehend vermieden werden.

Aktuelle Entwicklungen, DKOU 2017 und Ausblick

Vielversprechend entwickelt sich der Austausch mit den verantwortlichen politischen Entscheidungsträgern. Der Wert einer Zertifizierung und die Notwendigkeit zur Reduktion der Arbeitsbelastung der Einrichtungen werden klar erkannt. Dabei wird eine zukünftige Zusammenarbeit mit unserer Fachgesellschaft zur Weiterentwicklung des Bereichs der Endoprothetik für mehr Patientensicherheit von Seiten der Politik ausgesprochen begrüßt.

Darüber hinaus ist die Wahrnehmung der EndoCert Initiative durch die Patienten sehr erfreulich: neben zahlreichen Briefen erreichen uns pro Monat ca. 4.000 - 5.000 Suchanfragen nach zertifizierten Zentren auf der Homepage www.endocert.de.

Auch in diesem Jahr werden wir wieder großen Wert auf den Austausch mit den zertifizierten Zentren legen. So wird anlässlich des DKOU 2017 (24.-27.10. in Berlin) wieder ein Forum für die beteiligten Einrichtungen veranstaltet, zu dem wir schon jetzt herzlich einladen.

Mit zwei Sitzungen der Zertifizierungskommission, sowie einer gemeinsamen Sitzung mit dem Zertifikatserteilungsausschuss werden wir in diesem Jahr die Weiterentwicklung des Systems vorantreiben. Dabei steht auch die Abstimmung mit der zweiten Säule der Qualitätsinitiativen der DGOOC, dem Endoprothesenregister Deutschland, im Fokus der Arbeit.

Für Rückfragen oder Anmerkungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Dr. Holger Haas

Vorsitzender der Zertifizierungskommission EndoCert der DGOOC

Links:
Zertifizierte Endoprothetikzentren
www.endocert.de

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