Pressemitteilung von DGOU und DGH

Von Feuerwerk zu Sprengkörpern: Verletzungsmuster gehen weit über das Übliche hinaus

Berliner Straße am Morgen des 1. Januar mit Resten von Feuerwerk und Krankenwagen
© Mickis Fotowelt / stock.adobe.com

Die Silvesternacht des vergangenen Jahres hat erneut gezeigt, wie gefährlich der Jahreswechsel für viele Menschen werden kann. Jedes Jahr versorgen Ärztinnen und Ärzte eine Vielzahl von Handverletzungen und anderen traumatischen Schäden. Doch 2024/25 standen die Notaufnahmen in Berlin und anderen deutschen Großstädten vor einer neuen Dimension der Belastung: Neben klassischen Feuerwerksverletzungen wurden zunehmend bombenartige Sprengkörper gezündet – mit teils verheerenden Folgen für die Betroffenen. „Wir erleben in den Notaufnahmen Verletzungsmuster, die weit über das Übliche hinausgehen“, sagt Prof. Dr. Ulrich Stöckle, stellvertretender Präsident der DGOU und Geschäftsführender Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

„Es ist unerträglich zu sehen, dass inmitten globaler Konflikte und Kriege mit zahlreichen Toten und Schwerstverletzten im privaten Umfeld noch immer Sprengkörper gezündet werden, deren Wirkung an militärisches Material erinnert“, ergänzt DGOU-Generalsekretär Prof. Dr. Dietmar Pennig. „Auch wenn sich Bürgerinnen und Bürger durch umsichtiges Verhalten vor vielen klassischen Feuerwerksverletzungen schützen können, gilt klar: Gegen die Wirkung illegaler oder bombenartiger Sprengkörper hilft keine Vorsichtsmaßnahme. Hier sind Politik, Behörden und sichere Alternativen gefordert.“ Trotz der gravierenden Ereignisse im vergangenen Jahr sei das zurückliegende Jahr nicht ausreichend genutzt worden, um tragfähige Konzepte und Alternativen für mehr Sicherheit zu entwickeln, kritisiert die DGOU. 

Präventionstipps für vermeidbaren Verletzungen bei handelsüblichem Feuerwerk

Für vermeidbaren Verletzungen durch normales Feuerwerk rufen DGOU und DGH auch in diesem Jahr zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Feuerwerk auf und geben Tipps für ein sicheres Silvestervergnügen.

„Jede vermeidbare Verletzung ist eine zu viel“, sagt Privatdozent Dr. Martin Lautenbach, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) und Chefarzt der Handchirurgie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Waldfriede Berlin. Handverletzungen stehen bei den Feuerwerksverletzungen im besonderen Fokus: Abgetrennte und zersprengte Hände, Knochen- und Sehnenzerstörungen, Verbrennungen der Finger durch Feuerwerk müssten verhindert werden. Auch die Spezialisten der Hand- und Mikrochirurgie könnten verletzungsbedingte Schäden nicht immer ungeschehen machen.

Generell gilt von DGH und DGOU für vermeidbaren Verletzungen:

  • Kaufen Sie Feuerwerkskörper nur im Fachhandel! Lesen Sie die Gebrauchsanweisung sorgfältig und achten Sie auf das CE-Zeichen und die BAM-Prüfnummer (Bundesamt für Materialprüfung).
  • Nur Feuerwerkskörper verwenden, die nicht in der Hand gezündet werden müssen.
  • Verwenden Sie keine selbst gebastelten oder manipulierten Feuerwerkskörper. Sie sind besonders gefährlich, da sie zu früh oder viel stärker explodieren können als erwartet.
  • Lagern Sie Feuerwerkskörper verschlossen und in sicherem Abstand, keinesfalls jedoch am Körper.
  • Wenn Sie Alkohol getrunken haben: Hände weg von Feuerwerkskörpern. Alkohol macht unvorsichtig.
  • Feuerwerkskörper, die nicht explodiert sind, nicht noch einmal zünden.
  • Knaller und Böller müssen für Kinder und Jugendliche tabu sein.
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